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Kolumbien

Sembrando Confianza

Vertrauen Säen

Das Jahr 2016 war ein historisch bedeutendes Jahr für den Frieden in Kolumbien: ein Friendensvertrag zwischen der Regierung und der FARC-Guerilla hat einen fast 50 Jahre anhaltenden Bürgerkrieg beendet. Trotzdem sind die Wunden dieses Bürgerkrieges noch offen und die Gesellschaft sowie ihre soziale Struktur tief von diesem fast ein halbes Jahrhundert andauernden Bürgerkriegs gekennzeichnet. Gerade die ärmeren Viertel Bogotas, der Hauptstadt Kolumbiens, sind ein Sinnbild für die Lebenssituation der Opfer dieses bewaffneten Konflikts des Landes. Dort haben sich zusätzlich zur ursprünglichen, verarmten Bevölkerung, über die Jahre nicht nur viele Binnenflüchtlinge, sondern auch demobilisierte Mitglieder der Guerillas sowie der Paramilitärs angesiedelt – eine spannungsreiche Mischung auf engstem, verarmten Raum. Eine der größten Herausforderungen ist daher die Existenzsicherung sowie die soziale und wirtschaftliche Kohäsion dieser Menschen.

Hier knüpft die Arbeit der NGO Proyectar sin fronteras (PSF) an. Das Hauptmerk ihrer Tätigkeit liegt auf dem Programm „Sembrando Confianza“ welches seit 2012, auch dank der Unterstützung der Initiative Teilen, urbane Öko-Landwirtschaft in den benachteiligten Vierteln von Bogota fördert und entwickelt. Hierzu werden Gartenanlagen angelegt sowie andere urbane Flächen zur Landwirtschaft, wie z.B. Terrassen, Dächer, Wände etc. erschlossen, die die Bewohner und Bewohnerinnen dieser Viertel nutzen können, um Gemüse und Obst für den eigenen Verzehr oder für den Weiterverkauf anzubauen. Ein besonderes Anliegen sind dabei Schulungen und Informationskampagnen im Bereich städtische Landwirtschaft, Öko-Landbau und gesunde Ernährung, die PSF in den verschiedenen Vierteln in Zusammenarbeit mit den katholischen Gemeinden durchführt. Damit möchte das Programm einen Beitrag zur Nahrungssicherheit sowie zur Einkommensverbesserung für benachteiligte Menschen in Kolumbien leisten.